Bild von einer Küche in Nussbaum mit Homeoffice Arbeitsplatz

Wenn die Küche zum Büro wird

Das Homeoffice ist attraktiv und hat entsprechend viele Fans. „Vor die Wahl gestellt, möchten neun von zehn Erwerbstätigen (88 Prozent) nach der Pandemie zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten“, das ist eines der zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, veröffentlicht im vergangenen Herbst. 85 Prozent der Erwerbstätigen, die mobil arbeiten, empfinden weniger Stress, weil sie sich den Arbeitsweg (und damit den Stau am Morgen und am Abend) ersparen. 82 Prozent sehen den damit verbundenen Zeitgewinn laut Bitkom positiv. Fast drei Viertel bemerken eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben durch das mobile Arbeiten. Angesichts dieser Zahlen ist klar: Das Homeoffice hat auch nach der Corona-Pandemie eine Zukunft. Schon jetzt merken wir, dass das Arbeiten in den eigenen vier Wänden etwas Normales geworden ist. Noch ungelöst ist allerdings in vielen Fällen die Frage des festen Arbeitsplatzes. Denn ein richtiges Arbeitszimmer fehlt in zahlreichen Wohnungen und Häusern. Stattdessen wird oft die Küche genutzt. Grundsätzlich ist das auch keine schlechte Idee. Die Küchenhersteller bieten diverse attraktive Kombi-Lösungen an, die für eine Vereinbarkeit sorgen.

 

Ein Küchentisch bleibt ein Küchentisch

Die Pandemie hat uns alle dazu gezwungen, schnell zu handeln. Manchmal hat es nur wenige Stunden gedauert, schon war das Büro zuhause „eingerichtet“. Und es scheint dank moderner Technik ja auch so leicht – Laptop aufklappen, fertig! Ob man nun im Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer sitzt, oder den großen Küchentisch nutzt, ist doch egal, oder? Für eine begrenzte Zeit ist das sicherlich so. Doch auf Dauer ist eine angemessene Umgebung für Tätigkeiten dieser Art sicherlich die bessere Lösung. Denn ein Küchentisch bleibt ein Küchentisch. Er dient in erster Linie zum Genuss und der Zubereitung von Speisen. Und Lebensmittel vertragen sich nicht gut mit wichtigen Akten und sensibler Computertechnik. Bei geschäftlichen Telefonaten (oder gar Video-Calls) sollte zudem Ruhe herrschen. Das Zischen des Wasserhahns, das Summen der Spülmaschine oder das Klappern des Geschirrs ist auch bei konzentrierter Schreibarbeit kontraproduktiv. Fazit: Man sollte den Bürobereich unbedingt vom „Küchenkern“ abgrenzen – vielleicht auch nur zeitlich.

Bild von einer Küche in Nussbaum mit Homeoffice Arbeitsplatz
Nische oder Hauswirtschaftsraum?

Die folgenden Zeilen sind für jene Menschen interessant, die keinen Keller haben und daher sehr wahrscheinlich über einen Hauswirtschaftsraum in Küchennähe verfügen. In diesen nämlich lässt sich, bei entsprechendem Raumangebot, auch ein schlanker Büroarbeitsplatz einrichten. Im Idealfall wird diese Nutzung bereits bei der Hausplanung berücksichtigt. Doch auch eine spätere Umgestaltung des „HWR“ ist möglich und sinnvoll. Seine Grundfunktionen sollen natürlich erhalten bleiben. In der Regel dient er als Waschküche, mitunter als Bügelzimmer sowie als Speisekammer. Auch Kleidung und Sportsachen werden hier verstaut. Soll nun eine schlanke Büro-Lösung integriert werden, müssen die andere Funktionen optimiert werden. Das vielleicht simpelste Beispiel in diesem Zusammenhang ist das Stapeln von Waschmaschine und Trockner (mit Profi-Hilfe). Vermutlich muss auch die Beleuchtung angepasst werden. Ideal wäre natürlich ein Sitzplatz am Fenster.

Detailbild von einer Küche in Nussbaum mit Homeoffice Arbeitsplatz

Eine andere Lösung ist die Integration des Homeoffice in den Küchenbereich. Sehr gut funktionieren hier Nischen-Lösungen im Sinne von kleinen, erkennbar abgetrennten Plätzen. Typisch ist eine Dreierkombination aus Tisch, Schreibtischstuhl und Regal. Wer die Homeoffice-Funktion über die Küchen-Funktion stellen möchte, sollte über spezielle Schranksysteme nachdenken, mit denen sich Herd, Backofen und Co. binnen weniger Sekunden hinter großen Türen verstecken lassen.

Bildquelle: Häcker